Stephan Matthiesen

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Wissenschaft und Trolle: „desto angreifender, je verworrener die Begriffe“

Kennt das jemand? Als enthusiastischer Wissenschaftler mag man sich gerne mit interessierten Nichtwissenschaftlern über seine Arbeit austauschen und Interessierte auch mal selbst experimentieren lassen. Wenn da bloß nicht immer diese Trolle auftauchen würden, die einem mit Halbwissen die Zeit stehlen und immer beleidigender werden, wenn man ihren wirren Weltbildern nicht zustimmen möchte. Glücklicherweise trifft man aber auch viele Menschen, die sich ernsthaft für Wissenschaft begeistern, obwohl sie nie Gelegenheit zum Studium hatten. Beim folgenden Zitat musste ich daher gleich herzhaft auflachen und fühlte eine große Verbundenheit mit dem jungen Kollegen - auch wenn zwei Jahrhunderte zwischen uns liegen!

Wurde das Mittelalter erfunden? Kommentar zu Heribert Illig

Teile des Frühmittelalters sind eine Fälschung — wohl die meisten Menschen, die diese These zum ersten Mal hören, reagieren spontan ablehnend. Doch dann liest man Texte von Heribert Illig, und man kommt vielleicht ins Nachdenken, ob man die These vom erfundenen Mittelalter vorschnell abgelehnt hat, weil sie auf den ersten Blick so weit hergeholt und unwahrscheinlich erscheint. Ich möchte hier jedoch einen tieferen Blick auf Illigs Argumente werfen und damit einige Hinweise geben, warum man kritisch mit der Behauptung umgehen sollte.

Steinzeitkunst: Schamanische Visionen aus der Vergangenheit?

Wie wichtig waren Trancezustände im Leben und der Religion unserer schriftlosen Vorfahren? Eine archäologisch schwer greifbare Frage, können wir doch das Steinzeitleben nur aus wenigen materiellen Hinterlassenschaften rekonstruieren. Immaterielle Aspekte wie schamanische Praktiken scheinen sich dagegen unserer Untersuchung zu entziehen.

Radiokarbon-Datierung des Turiner Grabtuches

Neben anderen Argumenten aus der historischen Forschung ist die Radiokarbondatierung des Turiner Grabtuches ein starkes und naturwissenschaftliches Indiz dafür, dass die berühmte Reliquie aus dem Mittelalter und nicht aus neutestamentlicher Zeit stammt. Worauf beruht diese Messung, und welche Fehlerquellen muss man beachten?

Der Glaube an Paranormales: Erklärungsansätze

Warum glauben Menschen an Dinge, für die mitunter wenig objektive Belege existieren, warum sind wir "abergläubisch"? Eine interessante Frage, die uns viel über unser eigenes Denk- und Urteilsvermögen bzw. dessen Grenzen sagen kann — zeigt es sich doch, dass die meisten psychologischen Prozesse im Zusammenhang mit dem Para-Glauben keineswegs außergewöhnlich oder pathologisch sind, sondern vielmehr normale Mechanismen, die bei allen Menschen im alltäglichen Leben bei der Bildung unserer Ansichten und Überzeugungen eine Rolle spielen.

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